Der Literaturwissenschaftler Dieter Schiller stellt hier eine von ihm ausgewählte Sammlung von Auf­sätzen und Vorträgen vor, die er seit den 60iger Jahren neben seinen Arbeiten zur Exilforschung geschrieben hat: Bisher unveröffentlichte Texte oder solche, die in heute schwer zugänglichen Kompendien und Zeitschriften gedruckt wurden. Da erweist sich Vielseitigkeit und ein durch Wissen erarbeiteter Standpunkt, der in den seltensten Fällen durch den Wechsel der Zeiten korrigiert werden musste. Schiller schreibt ebenso kenntnisreich über Goethe wie über Autoren des 20. Jahrhunderts. Vor allem bei letzteren werden akribisch Quellen erschlossen, um Johannes R. Becher oder Franz Kafka, Rudolf Leonhard, Erich Mühsam oder Arnold Zweig, Robert Musil, Carl von Ossietzky oder Willi Bredel und andere in den gesellschaftlichen und literarischen Kämpfen der Zeit kenntlich zu machen.

Inhalt:
• »Der Grundirrtum meines Lebens …« Johannes R. Becher zum 100. Geburtstag (1991)
• »Der Sozialismus muß ganz von vorne anfangen.« Reaktionen von Döblin, Koestler und Sperber auf die Krise der sozialistischen Bewegung im Jahr 1938 (1991)
• Arnold Zweig und die Erschießung der 48 Spezialisten in der Sowjetunion 1930 (1990)
• Der geistige Mensch und die Wirklichkeit. Zu Robert Musils »Mann ohne Eigenschaften« (1968)
• Die Wahlverwandtschaften. Bemerkungen zum Verhältnis von Film und Buch (1974)
• Charlotte contra Goethekult (1975)
• Werther – neu erzählt. Zum Film »Die Leiden des jungen Werther«. Vortrag. (1977)
• Individualität und Menschheitsrepräsentanz. Zum Figuren- und Handlungsaufbau in Goethes »Faust«. Vortrag (1976)
• Endzeit-Geschichten. Zu Franz Fühmanns »Saiäns-Fiktschen« (1983)
• Kunst als Lebensäußerung. Zum Problem Künstler und Öffentlichkeit in Franz Kafkas letzten Lebensjahren (1983)
• Vom Expressionismus zum Bund. Wege der proletarisch-revolutionären Literatur in Deutschland (1918-1932) (1988)
• Vom Dilemma des »Neuen«. Anmerkungen zu Bechers Literaturprogramamtik um 1950 (1989)
• Gustav Reglers Bauernkriegsroman (1989)
• Dichter, Aufklärer, Sozialist. Rudolf Leonhard zum 100. Geburtstag (1989)
• »Märtyrer der Friedensidee«. (1989/2003) Carl von Ossietzkys Mahnung zur linken Einheit gegen Rechtsradikalismus und Faschismus
• Höllenwanderung. Johannes R. Bechers Roman »Abschied« (1978)
• »… weniger Interessen- als Kampfverband«. Der Schutzverband deutscher Schriftsteller in Paris während der ersten Jahre des Exils (1983)
• Goethe in den geistigen Kämpfen um 1932 (1985)
• Gegen den Krieg schreiben – für den Frieden wirken. Zum 100. Geburtstag Arnold Zweigs (1987)
• Bohéme und Revolution. Erich Mühsam 1901-1911 (1988)
• Vermittlung und Alternative. René Schickeles Frankreichbild für deutsche Leser (1991)
• Überlegungen zum Platz der Zeitschrift »Ost und West« (1991)
• Georg Brittings »Hamlet«-Roman (1991)
• Utopie als Geschichte. Stefan Heyms Roman »Schwarzenberg« (1995)
• Willi Bredel als Schriftsteller, Redakteur und Verleger im Pariser Exil 1938-1939 (2001)
• Der Komödiant und die Macht. Klaus Mann und sein »Mephisto«-Roman (1982/2002)
• Ein Schriftsteller als publizistische Institution. Stefan Heym und seine Kolumne »Offen gesagt« (2004)
• »Propaganda als Waffe« Kurt Kersten und Willi Münzenberg schreiben ein Buch (2006)

• Was heißt Gegenwartsliteratur? (1983)
• Warum über die Kultur der zwanziger Jahre streiten? (1992)
• Kanon und Wertung. Überlegungen eines professionellen Lesers (2001)
• Gesichtspunkte für eine Geschichte der DDR-Literatur (2006)

Dieter Schiller
IM WIDERSTREIT GESCHRIEBEN

Vermischte Texte zur Literatur 1966-2006
Erkundungen • Entwürfe • Erfahrungen (3)
Berlin 2008 • 406 Seiten • 15x22 cm
29 Euro • ISBN 978-3-935194-27-3